Gipfelgespräch mit ... - Bayerischer Wald Verein Sektion Lam e.V.

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Gipfelgespräch mit ...

Das war!

Die Chancen der Grenzöffnung nutzen Osser-Wanderung und „Gipfelgespräch" mit Staatssekretär Albert Füracker
Bericht und Bilder von Astrid Fischer-Stahl (Kötztinger Zeitung vom 1. Sept. 2016)

Lam.(as) Von seiner allerschönsten Seite zeigte sich der spätsommerliche Lamer Winkel beim Besuch von MdL Albert Füracker am Mittwochvormittag, 31. August 2016. Auf Einladung von Landrat Franz Löffler wanderte der Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat zusammen mit zahlreichen Kommunalpolitikern und interessierten Bürgern hinauf auf den Osser. Beim „Gipfelgespräch" im Osserschutzhaus betonten sowohl Landrat Franz Löffler als auch Albert Füracker und MdB Karl Holmeier, dass in der Oberpfalz und speziell im Landkreis Cham die Chancen, die die Grenzöffnung mit sich brachte, genutzt wurden.
Mit dem von der Staatsregierung in Auftrag gegebenen grenzüberschreitenden Entwicklungsgutachten Bayern/Tschechien und der Europaregion Donau-Moldau soll und werde diese positive Arbeit weitergeführt. Alle Redner waren sich auch einig, dass das Zusammenwachsen in der Mitte Europas vor allem bei und mit den Menschen und Unternehmen stattfinden muss. „Wir haben es geschafft, die Herzen der Menschen über die Grenze hinweg zu erreichen, Potenziale erkannt und entwickelt und das auf Augenhöhe zu den Metropolregionen", so Franz Löffler. Albert Füracker betonte: „Bei der Erstellung des Gutachtens haben wir gesehen, wie wertvoll der schon laufende Prozess und die Projekte vor Ort sind. Die Entwicklung der Grenzregion zu einer Zukunftsregion bleibt ein dynamischer Prozess und wird langfristig nur durch den Kontakt zu den Menschen getragen." Als wichtige grenzüberschreitende Handlungsfelder für die Zukunft definierten die Redner unter
anderem die Bildung, die Verkehrsinfrastruktur zwischen Ost und West sowie das gegenseitige Sprachverständnis. Libor Pickas, Vorsitzender der Euregio Böhmerwald und Bürgermeister von Weißensulz, drückte die Hoffnung aus, dass die Grenze zwischen Bayern und Böhmen bald nichts anderes mehr ist als eine Linie auf der Landkarte. Doch vor dem Gipfelgespräch lag der Aufstieg vom Sattel über den Hauptwanderweg zur Osserwiese und dann zum Schutzhaus. Er bot allen Beteiligten Gelegenheit für lockere, unverkrampfte Gespräche und den Kommunalpolitikern vor Ort die Möglichkeit, für ihre Anliegen „den kurzen Dienstweg" zu nutzen. Landrat Franz Löffler und Caroline Stautner, Mitarbeiterin der Naturschutzbehörde im Landratsamt, nahmen die rund 50-köpfige Gruppe in Empfang. Löffler freute sich besonders, dass etliche Bürgermeister aus dem Landkreis, allen voran Paul Roßberger, Franz Müller und Sepp Schmid aus den Lamer Winkel-Gemeinden mitwanderten. Darüber hinaus waren zahlreiche tschechische Amtskollegen vertreten. Ein besonderer Gruß galt zudem Libor Picka. Caroline Stautner, frühere Naturparkrangerin, wartete unterwegs mit Interessantem und Wissenswertem über die Besonderheiten von Flora, Fauna und Geologie im Ossergebiet auf. Der Glimmerschiefer, der zum einen das markante Profil des Matterhorns des Bayerischen Waldes zeichnet, macht auf der anderen Seite den Boden sauer und
nährstoffarm, was für den Wald und die Artenvielfalt eine Herausforderung sei. Die Naturverjüngung im Hochwald wurde darum durch Kalkung unterstützt. Beim Halt am Kornschlag ging sie kurz auf das kontrovers diskutierte PSW-Projekt ein. „Nachdem sich in einem Bürgerentscheid über 80 Prozent der Lamer gegen das Projekt ausgesprochen haben, hat sich auch die Kirche als Grundstückseigentümer dieser Meinung angeschlossen", erläuterte Caroline Stautner. Auf der Osserwiese berichtete sie von früherer Weidehaltung, von Auerwild und Wanderfalke. Als der sehr entspannte und unprätentiös wirkende Staatssekretär an der Felsformation auf der Osserwiese seinen Blick hinunter ins Tal und auf die gegenüberliegende Seite zur Kette der acht Tausender schweifen ließ, meinte er: „Das war eine hervorragende Idee, Herr Landrat, heute solch’ exzellentes Wetter zu bestellen!" Obgleich es schwer war, sich von der wunderbaren Stimmung loszureißen, machte sich die Gruppe weiter auf den Weg zur Bergwachtdiensthütte. Dort kündigte Caroline Stautner einen kleinen illegalen Grenzübertritt hinauf zum Schutzhaus an, was Franz Löffler zu der nicht ganz ernst gemeinten Aussage veranlasste: „Ein bayerischer Landrat kann alles genehmigen." Im Willmannhaus angekommen, gab’s zunächst eine kleine Brotzeit für die Wanderer und vom Lamer Bürgermeister ein Gipfelschnapserl. Seine Begeisterung für den Lamer Winkel formulierte der Landrat so: „Da, wo wir leben dürfen, zahlen
andere viel Geld, um Urlaub zu machen. Einen Berg in unserer Heimat bei solch einem Wetter zu besteigen ist immer wieder etwas Besonderes." Ein Dankeschön ging an Jana Dirriglova, Bürgermeisterin von Janovice, die als Übersetzerin fungierte.


Im Schutzhaus stand die Entwicklung der Grenzregion Bayern-Böhmen im Mittelpunkt. Hier der Vorsitzende der Euregio Böhmerwald, Libor Picka, und Dolmetscherin Jana Dirriglova.

Der Staatssekretär genoss die Atmosphäre vor dem Kleinen Osser.

Caroline Stautner und Landrat Franz Löffler nahmen Staatssekretär Füracker und alle anderen Teilnehmer am Sattelparkplatz in Empfang.

Auch Bürgermeister Paul Roßberger nutzte die Gelegenheit zum Gespräch auf dem kurzen Dienstweg.

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