Grenzberg - Bayerischer Wald Verein Sektion Lam e.V.

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Grenzberg

Osser

Der Osser als Grenzberg
von Ingeborg Seyfert

Das Lamer Tal ist eine Welt für sich, geographisch und geschichtlich. Die Landschaft hat etwas Freundliches, ja Heiteres. Gewiß, der Wald dominiert, aber Felder und Wiesen drängen sich hinein, ziehen sich die Berglehnen hoch, bilden hellgrüne und gelbe Flächen im dunklen Waldesgrün. Und über allem stehen die beiden Ossergipfel, felsig kahl, schwarzgrau und spitz, mit dem markanten Sattel. Und zu welcher Tageszeit man auch durch das Lamer Tal fährt, immer heben sich die Ossergipfel deutlich und scharf gegen den Himmel ab, denn immer bekommen sie das Licht von vorne. Immer ist das ein majestätischer Anblick.

Der Große Osser, die östliche Bergspitze, erhebt sich 1293 Meter hoch über den Meeresspiegel, der Kleine Osser westlich daneben nur 1266 Meter. 27 Meter Unterschied, das ist die Höhe eines Hochhauses in unseren Breiten. Dem Auge des Betrachters fällt der Unterschied kaum auf.
Am Nordhang des Ossers entspringt der Lambach. fließt nach Westen und mündet etwas westlich der Ortschaft Lam in den Weißen Regen. In Böhmen entspringt am Osthang des Osserberges der Ostrybach, der bei Osserhammer in die Angel mündet. Der Berg Osser ist Teil des Künischen Gebirges, das sich, als europäische Wasserscheide zwischen Nordsee und Schwarzem Meer hinzieht, einerseits nach Nordost zur Chamer Senke abfällt, andererseits bis zum Zwercheck auf etwa der gleichen Höhe verläuft. Das Zwercheck ist mit 1322 m ü. NN sogar etwas höher als der Große
Osser. Das Gestein besteht aus relativ hartem Quarzit, was eine Erklärung dafür sein mag, daß die Ossergipfel spitz hochragen und nicht, wie im Waldgebirge allgemein üblich, abgerundete Kuppen bilden.

 
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