JHV 2016 - Bayerischer Wald Verein Sektion Lam e.V.

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JHV 2016

Protokolle der JHV

Aus der Jahreshauptversammlung vom 11. Juni 2016
(Bericht von Maria Frisch)

Klaus Butz ist neuer Sektionschef des Wald-Vereins Lam

Weitere Neubesetzungen: Klaus Neuberger wird Hüttenwirt und Otto Neidhardt Kassier

Lam. Langatmige Neuwahlen bei der Hauptversammlung der  Lamer Sektion des Bayerischen Wald-Vereins mündeten am Samstag abend im Gasthof „Sölln“ doch noch in ein versöhnliches Ende. Der bisherige Vorsitzende, Hubert Falkner, bekannte eingangs, dass die Zusammenkunft schon längst überfällig sei. Ihm war bewusst, dass dies ein Satzungsverstoß sei. „Diesbezüglich bekenne ich mich schuldig. Wenn private Angelegenheiten in den Verein hineingetragen werden, lähmt dies den ganzen Verein“, führte er als Grund an und war nicht bereit, dies weiter auszuführen.
Die Mitgliederversammlung legte eine  Gedenkminute für die Verstorbenen ein. Auf das Verlesen des Protokolls der letzten Hauptversammlung wurde verzichtet, die Genehmigung erteilt. Falkner gab Veränderungen im Vorstandsgremium bekannt. Mit Schreiben vom 5. April 2014 ist Klaus Neuberger vom Amt des 2. Vorsitzenden zurückgetreten. Am 18. Juni 2015 hat Andreas Lemberger den Rücktritt als Kassier erklärt und die Unterlagen bei ihm abgegeben. Bereits am 21. Februar 2013 beendete Franz Reuel seine Tätigkeit als Beisitzer. Der Verein zähle aktuell 272 Mitglieder. Der Hauptverein trat im letzten Jahr dem deutschen Wanderverband bei und müsse infolgedessen zwei Euro p. a. und pro A-Mitglied abführen. Deshalb habe der Hauptverein den Beitrag ab 2016 um 1,50 Euro erhöht, und wird ihn 2017 nochmals um 50 Cent anheben. Aus diesen Gründen sei zu überdenken, ob in den nächsten Jahren eine Beitragserhöhung vonnöten ist. Bisher halten sich die Beitragseinnahmen und –ausgaben im ideellen Bereich gerade noch die Waage.
Kultur- und Wanderwart Konrad Huber bedankte sich herzlich bei allen, die die Kulturarbeit mitgestaltet haben. Die Veranstaltungen wiederholen sich im wesentlichen jedes Jahr. Im Februar sorge der Fachvortrag mit der Familie Seidl aus Lohberg regelmäßig für einen Besucheransturm. Am 1. Mai werde mit der Bayern-Tour-Natur die Saison eröffnet. Ende Mai lade die Sektion an der Künischen Kapelle zur Maiandacht ein. Am 1. Augustsonntag  feierte man   traditionell am selben Ort Osserkirchweih.  Am 1. Septembersonntag fand nunmehr zum  dritten Mal ein Bayerisch-Böhmischer Hüttennachmittag am Osserschutzhaus statt – mit abwechselnd bayerischen und böhmischen Musikanten.  Am 24. Dezember gehe den Besuchern die Waldweihnacht am Bergkircherl unter die Haut. Konrad Huber  wünschte den Mitgliedern bezüglich der bevorstehenden Wahlen eine starke Führungsmannschaft und einen Antriebsmotor, der auf vollen Touren läuft. „So wie es in den letzten drei Jahren gelaufen ist, können wir nicht weitermachen!“
Nachdem Andreas Lemberger als Kassier zurückgetreten war, führte Hubert Falkner  in der vakanten Zeit die Kasse selbst weiter. Insgesamt  legte er am Samstag das Zahlenwerk des ideellen Bereichs und wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs von vier Jahren (2012 bis 2015)  vor.  Trotz hoher Ausgaben für die Instandhaltung des  Osserschutzhauses verblieb demnach ein zufriedenstellendes  Polster auf der hohen Kante. 2014 und 2015 ergab sich ein Vorsteuerüberhang, der vom Finanzamt noch rückerstattet wird.  Die Gemeinnützigkeitsbescheide liegen bis einschließlich 2015 vor. Die Revisoren Matthias Seidl jun. und Franz Reuel prüften die Kassenbelege 2012 und 2013 und befanden diese für in Ordnung. Da die letzten Neuwahlen 2011 für eine dreijährige Periode galten,  fand sich Franz Reuel nicht mehr legitimiert, die Unterlagen 2014/15 zu prüfen. Matthias Seidl jun. erledigte dies alleine, vorbehaltlich der Nachprüfung. Er konnte keine Beanstandungen feststellen. Franz Reuel monierte,  dass verschiedene Vorstandsämter nicht von einer Person bekleidet werden dürfen. „Als der Kassier zurückgetreten war, hätte eine Wahl erfolgen müssen.“ Klaus Neuberger kritisierte, dass Hubert Falkner eigentlich seit 2012 für die Kasse verantwortlich zeichnet, weil er die Geschäftsvorfälle verbucht hatte, worauf der Finanzbericht basierte. Neuberger fand es obendrein nicht korrekt, dass Matthias Seidl jun. über seine Amtsperiode hinaus als Revisor tätig wurde. „Wir sind kein Kasperlverein. Es muss schon ordnungsgemäß nach der Satzung verfahren werden.“ Neuberger hielt Falkner vor, dass dieser vom Amtsgericht aufgefordert worden war,  eine Hauptversammlung einzuberufen. Falkner dementierte dies. Matthias Seidl jun. distanzierte sich davor, dass er sich nicht angemaßt habe, über seine Amtsperiode hinaus zu agieren. Es habe auch bei anderen Vorsitzenden schon öfter Überschreitungen der Wahlperiode  gegeben.
Bürgermeister Paul Roßberger bedankte sich herzlich für das umfangreiche Veranstaltungsprogramm, das der Waldverein alljährlich auflegt. Besonders berührend sind die bayrischen/böhmischen Veranstaltungen am Ossergipfel, weil dadurch die Leute näher zusammenrücken. Sein herzlicher Dank galt federführend Hüttenwart Stiegler und Wirt Sebastian Augustin mit ihren Helfertrupps, die das  Osserschutzhaus so gut in Schuss hielten. Konrad Huber habe sich federführend um neue Mitglieder bemüht.
Der Wahlausschuss rekrutierte sich aus Paul Rossberger sowie Franz-Josef Brandl und Karl-Heinz Stöberl als Beisitzer. Kontrovers diskutiert wurde die Entlastung des Kassiers. Schließlich gab die Vollversammlung ihr Einverständnis,  dass der damals noch amtierende Kassier Andreas Lemberger einstweilen nur für die Jahre 2012 und 2013 entlastet wird. Erst nach der Kassenprüfung der Jahre 2014 und 2015 durch die neugewählten Revisoren könne bei einer neuerlichen Versammlung, die bis Ende September einzuberufen ist,  die Entlastung für die restlichen Jahre erfolgen. Der übrigen  Vorstandschaft wurde die Entlastung erteilt. Bis zum neuerlichen Versammlungstermin sollen alle offenen Fragen mit dem Registergericht geklärt werden. Bei sämtlichen Amtsträgern folgte eine schriftliche Abstimmung der 38 Mitglieder.  Klaus Butz wurde mit 23 Stimmen neuer Sektionschef. Hubert Falkner unterlag mit 15 Stimmen. Als 2. Vorsitzender erhielt Konrad Huber 34 Ja-Stimmen. Als Kassier kandidierte nach längerer Suche Otto Neidhardt, der 23  Ja-Stimmen auf sich vereinen konnte. Schriftführerin bleibt Astrid Fischer-Stahl. Die Position des Wanderwartes schulterte Anton Plötz, als Kulturwart fungiert weiterhin Konrad Huber. Problematisch wurde es erneut beim Hüttenwart.  Ernst Stiegler gab unwiderruflich zu verstehen, sich nach über 20 Jahren zurückzuziehen. Klaus Neuberger erklärte sich nach längeren Beratungen als Nachfolger bereit und erhielt das Vertrauen von  27 Urnengängern. Als Kassenprüfer setzte die Versammlung Franz Reuel und Andreas Roider  ein. Als  Beisitzer sitzen Max Liebl, Georg Neumeier, Adi Zelzer und Mario Schmuderer im Boot. Paul Roßberger bedankte sich bei den bisherigen und neuen Funktionären für die Amtsübernahme. In dieselbe Kerbe schlug Klaus Butz, der forderte, die Auseinandersetzungen beizulegen. Angeregt wurde noch, in die Satzung aufzunehmen, dass ein zweiter Schriftführer und Kassier gewählt wird. Außerdem wolle man die Rechtsfähigkeit der Satzung insgesamt prüfen lassen. Neuberger gab zu bedenken,  im Zuge des Breitbandausbaus zu eruieren, ob es möglich wäre,  das Osserschutzhaus einzubeziehen. Das neue  Gremium berate auch darüber, ob eventuell eine Beitragsanpassung  vorgenommen wird.

Auszeichnungen mit Nadeln und Urkunden:
25 Jahre Mitgliedschaft: Kreszenz Rieger, Bruno Hartl, Bodo Junge, Mathilde Vogl, Adolf Zelzer, Gisela Billlig, Robert Klingseisen, Professor Peter Löffelmann, Dr. Günther Hilg, Alfred Sixt.
40 Jahre: Hildegard Lemberger, Matthias Seidl sen., Herbert Altmann, Margarete Brandl, Hedwig Schmid, Xaver Winter, Alois Schrötter, Hans Schmid, Georg Schmid, Herbert Liebl, Gerhard Klingseisen, Konrad Huber, Klaus Bergbauer, Karl Berlinger, Helmut Plötz, Richard Häring, Anneliese Fieß.
50 Jahre: Erich Merkler, Franz Brandl, Alfred Klingseisen, Peter Heuck, Hartmut Böhme.
60 Jahre: Hans Schrötter sen. (kli)

Bildtexte: -Diese Vorstandschaft lenkt die Geschicke des Wald-Vereins in den nächsten drei Jahren.
-Diese Mitgliedsjubilare nahmen die Auszeichnung persönlich entgegen. An die übrigen wird sie nachgereicht.
Neue Quelle am Osser wird gesucht
Trockener Sommer 2015 zeigte Handlungsbedarf auf
Lam. Hüttenwirt Ernst Stiegler schilderte am Samstag im Gasthof „Söll`n“ die Baumaßnahmen, die in den letzten Jahren im Osserschutzhaus zu erledigen waren.
Man habe außen ein neues Podest für die Musikanten angelegt. Sehr wichtig war die Sanierung der kompletten Nordterrasse inclusive Dachreparatur und Wandvertäfelung. „Mittlerweile ist sie winddicht und mit einer  Gastherme beheizbar, so dass sie als Ersatzlokal genutzt werden kann“, so Stiegler. Zudem wurde das Treppenhaus fertiggestellt, das nun der Forderung des Landratsamtes entspricht. „Heuer haben wir den Bierkeller und verschiedene Dinge erledigt“, zählte der Hüttenwirt auf. Es fallen immer wieder Reparaturen beim BHKW und in der Küche an, die zum Teil der Wirt und der Waldverein begleicht. Es gab vor allem im letzten Jahr am Schutzhaus mit dem Trinkwasser große Probleme. „Die Quellschüttung war enorm niedrig. Irgendwann ist die Quelle versiegt und es gab kein Trinkwasser mehr am Osser“, erinnerte der Redner. Es musste  kurzfristig Wasser  hinaufbefördert werden. Dies habe zwar gut funktioniert, aber zwangsläufig leide darunter die Qualität. Mikrobiologische Belastungen mussten  herausgefiltert werden.  Schwierigkeiten gebe es obendrein mit dem Weg im oberen Drittel, der in einem extrem schlechten Zustand ist. Die Gemeinde habe in den letzten Jahren immer wieder Instandsetzungen über den Naturpark versucht.
„Die Trasse gehört eigentlich dem Staatsforst“, informierte Stiegler, der vor kurzem eine Unterredung mit dem zuständigen Revierförster hatte. Dieser habe abgewunken. „Der Staatsforst baut keinen zehn Meter langen Weg in eine baumfreie Zone“, wurde die Zuständigkeit an die Nutzer weitergereicht, das sind der Wirt, der Waldverein und die Bergwacht. Diesbezüglich dürfte eine Lösung gefunden werden. Stiegler bedankte sich beim Wirt Sebastian Augustin, der in den letzten Jahren das gesamte  Baumaterial kostenlos über den Lift nach oben befördert hat. Früher musste der Wald-Verein  dafür bezahlen. Dank sagte er obendrein den beiden Bürgermeistern Paul Roßberger und Franz Müller, die immer ein offenes Ohr haben. Auch beim Wassertransport stellten sie sofort die Fahrzeuge zur Verfügung, damit der Betrieb am Schutzhaus weiterlaufen konnte. „Sonst hätten wir zusperren müssen.“ Stiegler dehnte den Dankesreigen noch auf  Josef Schmatz („Hoal Sepp“), an den Osserstammtisch sowie alle freiwilligen Helfer für geleistete Hand- und Spanndienste aus. In seinem Ausblick mahnte der Hüttenwirt, dass die Technik in die Jahre kommt. „Das BHKW und die Batterien laufen jetzt das 18. Jahr, obwohl nur  zehn Jahre Laufzeit vorausgesagt wurden. Man muss jedoch damit rechnen, dass  es irgendwann in die Brüche geht und dann enorme Kosten anfallen.“ Reparatur- und verbesserungswürdig sei außerdem die  Toilette, die nicht mehr dem Standard entspricht. Die alte Stube habe eine neue Bestuhlung nötig und der Hausgang bedarf gleichfalls einer Instandsetzung. (kli)



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