Bayerisch-böhmischer Hüttennachmittag verbindet Menschen am Osser
Bei herbstlichen Temperaturen kamen zahlreiche Wanderer von beiden Seiten der Grenze zum Osserschutzhaus. Der bayerisch-böhmische Hüttennachmittag am 5. September 2026 stand erneut im Zeichen von Freundschaft, Begegnung und gelebter Nachbarschaft.
Die Wald-Vereinssektion Lam hatte gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Künisches Gebirge und den Wirtsleuten Hatzinger zum bayerisch-böhmischen Hüttennachmittag auf den Osser eingeladen. Viele Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung und wanderten von bayerischer wie von böhmischer Seite hinauf zum Osserschutzhaus.
Die Veranstaltung gehört seit September 2012 fest zum kulturellen Leben der Region. Sie gilt als lebendiges Zeichen dafür, dass Begegnung, gegenseitiges Verständnis und Freundschaft Grenzen überwinden können. Sektionsvorsitzender Franz Reuel begrüßte unter anderem Jana Dirriglová, Sprecherin des Aktionsbündnisses Künisches Gebirge und Bürgermeisterin von Loučim, sowie Revierförster Tomáš Noha von der Forstverwaltung Železná Ruda, der für den Osserwald auf tschechischer Seite zuständig ist sowie Xenie Begerl, Bürgermeisterin von Bezděkov bei Klatovy, Lenka Sýkorová, Bürgermeisterin des Marktes Dešenice.
In seiner Ansprache erinnerte Reuel daran, dass der Osser mehr sei als ein markanter Gipfel. „Berge sind die Brücken zwischen Himmel und Erde“, sagte er und hob die verbindende Kraft dieses Ortes hervor. Aus einem zunächst kleinen Treffen sei über die Jahre eine schöne Tradition geworden, bei der Menschen aus Böhmen und Bayern ungezwungen miteinander ins Gespräch kommen.
Auch die Geschichte des Osserschutzhauses, welches im Eigentum der Sektion Lam ist, wurde in den Mittelpunkt gestellt. Seit 1897 bietet es Wanderern Schutz und Einkehr. Reuel verwies zudem auf die Grenzsteine von 1772 bei der Kapelle, die an frühere Zeiten erinnern. Gerade deshalb sei es ein starkes Zeichen, dass heute dort Begegnung und Verbundenheit wachsen, wo einst Grenzen sichtbar waren.
Auch Jana Dirriglová unterstrich die Bedeutung des Osserschutzhauses für Wanderer aus beiden Ländern. Diesen Ort zu pflegen und zu erhalten, bedeutet weit mehr als den Erhalt einer Berghütte. Es bedeutet, ein Stück gemeinsamer Heimatgeschichte lebendig zu halten
Ein besonderer Höhepunkt war wie jedes Jahr die Musik. Im Wechsel sorgen böhmische und bayerische Blaskapellen für Feststimmung auf dem Osser. In diesem Jahr spielte die fünfköpfig besetzte böhmische Kapelle Kolovanka aus Tschechien, die von Anfang an mit dem Hüttennachmittag verbunden ist. Ihre Klänge machten deutlich, was Worte manchmal nur andeuten können: Musik versteht jeder.
So klang der Nachmittag gesellig aus – mit Gesprächen, Musik und dem Wunsch, dass der bayerisch-böhmische Hüttennachmittag auch künftig ein sichtbares Zeichen der Freundschaft zwischen Bayern und Böhmen bleibt.